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Einblicke in das abgeschlossene Forschungsprojekt 6G-ReS

Einblicke in das abgeschlossene Forschungsprojekt 6G-ReS

Das Projekt 6G-Res ist zu Ende gegangen. Ziel des vom Bundesamt für Informationstechnik (BSI) geförderten Projektes war es, die Vertrauenswürdigkeit von zukünftigen Mobilfunksystemen der 6. Generation (6G) zu erhöhen. Dafür forschte das Barkhausen Institut (BI) gemeinsam mit mehreren Partnern daran, wie Sicherheit und Resilienz der Systeme erhöht werden können. 

Im folgenden Interview spricht Dr.-Ing. Stefan Köpsell, Gruppenleiter der Forschungsgruppe Trustworthy Data Processing am BI, über das Projekt 6G-Res und die Arbeiten zur Vertrauenswürdigkeit zukünftiger 6G-Mobilfunksysteme. Das Gespräch ordnet die Ergebnisse in den Kontext komplexer digitaler Infrastrukturen ein und zeigt, welche Bedeutung solche Entwicklungen für die Sicherheit künftiger Kommunikationssysteme haben können.

Welche Ergebnisse/Erkenntnisse sind aus dem Projekt hervorgegangen? 

Im Rahmen des Projektes wurden verschiedene Aspekte bearbeitet: 

  • Es entstand ein Software-Werkzeug, welches mit Hilfe von Verfahren aus dem Bereich des Maschinellen Lernens Bedrohungen und Risiken basierend auf der Spezifikation des Mobilfunksystems ermitteln kann. 
  • Es wurden Lösungen entwickelt, welche eine sichere Ausführung von Software-Komponenten des 6G Systems auch nicht-vertrauenswürdigen Cloudinfrastrukturen erlauben (basierend auf sogenanntem Confidential Computing). 
  • Eine spezielle Hardware/Softwareplattform (ein „Security-Gateway“) wurde konzipiert, welche die sichere Ausführung von Komponenten des Mobilfunksystems neben der Ausführung von Anwendungssoftware ermöglicht. Damit könnte beispielsweise ein eigenes, lokales 6G-Systems, ein sogenanntes Campusnetz, betrieben werden. 

Außerdem entstanden Lösungen, welche Angriffe erkennen können, bei denen die Funkübertragung (sog. Jamming-Angriffe) gestört wird.

Was passiert mit den Forschungsergebnissen?


Die Forschungsergebnisse wurden zum einen publiziert und fließen in Teilen in die Produktentwicklung der beteiligten Partner ein. Dies betrifft etwa die Gateway-Plattform (Partner secunet) oder die Lösungen im Bereich Confidential Computing (Partner Scontain). 
Einige der Lösungen stehen der Wissenschaftsgemeinschaft auch als Open Source zur Verfügung, wie etwa eine Analysesoftware zum Finden von Sicherheitslücken in realen Mobilfunksystemen. Es kann hier auf github eingesehen werden: UE based 5G Pentesting Framework.

Wie profitieren Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen oder andere Institutionen von den Projektergebnissen?  

Bürgerinnen und Bürger profitieren aktuell nicht unmittelbar von den Projektergebnissen. Mittelfristig jedoch schon, da sie dazu beitragen, die Vertrauenswürdigkeit der nächsten Mobilfunkgeneration zu stärken. Davon profitieren alle, da davon auszugehen ist, dass 6G Systeme ein zentrales Rückgrat unserer digitalen Infrastruktur sein werden, von deren Funktionieren vieler anderer Dienste und Systeme abhängen. Dazu kommt, dass das Projekt von Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gefördert und aktiv begleitet wurde. Da das BSI bei der Standardisierung von 6G beteiligt ist, ist davon auszugehen, dass die Erkenntnisse aus dem Projekt darauf ebenfalls Einfluss nehmen können. 

Was bedeutet das Projekt für dich/deine Forschung im Besonderen?

Das Projekt hat es meiner Gruppe und mir ermöglicht, spannende Forschungsfragen im Bereich der Sicherheit und Resilienz von 6G Systemen zusammen mit interessanten, kompetenten und sehr motivierten Partnern zu bearbeiten. Wir konnten dabei nicht nur Lösungen entwickeln, sondern unser Wissen im Bereich von 6G Systemen stark erweitern. Dabei war insbesondere auch die Zusammenarbeit mit Akteuren aus der Industrie sehr förderlich. 6G Systeme sind sehr komplex, es gibt viele Beteiligte an Entwicklung und Betrieb, und unsere Forschungen konnten hier natürlich nur einen kleinen Beitrag leisten. Trotzdem entstand daraus das befriedigende Gefühl, etwas gesellschaftlich Nützliches getan zu haben.  

Gefördert vom:

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