BI setzt Impulse für Chipdesign in Deutschland
PRESSEMITTEILUNG
Designed in Saxony: Barkhausen Institut Submits Proposal for National Chip Design Competence Center
Dresden, 15. Juni 2026 – Das Barkhausen Institut hat gemeinsam mit vier Partnern aus Wissenschaft und Forschung einen Antrag beim Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) eingereicht, um in Sachsen den Hub ChipDE-Digital, einen der fünf geplanten Design-Hubs des neuen nationalen Kompetenzzentrums Chipdesign (ChipDE) für digitale Chips, zu etablieren. Das Zentrum soll ab 2027 Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Start-ups und Unternehmen beim Chipdesign unterstützen. Durch den Zugang zu modernen Entwicklungswerkzeugen, europäischen Designplattformen und Expertenwissen könnten die Kosten und Einstiegshürden für neue Chip Entwürfe erheblich gesenkt werden.
Ein Ziel des Vorhabens ist es, die technologische Souveränität Deutschlands im Bereich der Mikroelektronik zu stärken. Dafür müssen nationale Kompetenzen im Chipdesign systematisch ausgebaut werden. Nur so lässt sich die Abhängigkeit von externen Entwicklungen und Lieferketten verringern sowie die Entwicklung eigener Schlüsseltechnologien vorantreiben. Denn die Importabhängigkeit Deutschlands und Europas im Bereich der Mikroelektronik führt regelmäßig zu Verfügbarkeitsproblemen, welche wiederum steigende Preise für alle darauf basierenden Produkte – PCs, Smartphones, Fahrzeuge oder Medizingeräte – nach sich ziehen.
Zugleich fügt sich das Vorhaben auch in die Ziele des kürzlich verabschiedeten Chips Act 2.0 der Europäischen Kommission ein. Dieser soll Europas Halbleiterindustrie stärken, moderne Produktionskapazitäten ausbauen, das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage im Mikroelektroniksektor stärken und gezielte Investitionen in Forschung, Entwicklung und Fertigung fördern.
„Hier ergibt sich eine besondere Chance für Sachsen“, erklärt Prof. Dr. Gerhard Fettweis, Gründer des Barkhausen Instituts und Koordinator des neuen Projektes. „Mit Silicon Saxony zählt der Freistaat schon heute zu einem der führenden Mikroelektronikstandorten Europas. Mit dem konsequenten Aufbau von Kompetenzen im Chipdesign kann Sachsen seine starke Marktposition langfristig festigen und über die Chipproduktion hinaus erweitern.“
Sachsen bringt dafür besonders gute Voraussetzungen mit. Mit der Gründung des Barkhausen Instituts hat Sachsen bereits 2018 die Weichen für genau diese Entwicklungen gestellt, die Europa heute vorantreibt. Das Institut forscht an vertrauenswürdigen Chip- und Systemarchitekturen und entwickelt neuartige Konzepte für ein schnelles und kostengünstiges Chipdesign. Dies wird besonders in für Sachsen bedeutsamen Zukunftsfeldern wie Medizintechnik und Verteidigung immer wichtiger. Dort müssen hohe Datenmengen unter hohen Anforderungen zuverlässig, sicher und vor allem vertrauenswürdig verarbeitet werden.
Nach Bewilligung der fünf Hub-Anträge (u. a. ChipDE-Digital) sowie des Koordinationsantrags kann das Kompetenzzentrum Chipdesign am 1. Januar 2027 seine Arbeit aufnehmen. Damit würde für das Barkhausen Institut und für Sachsen eine neue Entwicklungsphase beginnen. Die notwendigen Rahmenbedingungen dafür sind bereits geschaffen und nun gilt es, das vorhandene Potenzial im Chipdesign konsequent auszuschöpfen und weiter auszubauen.
Pressekontakt
Annika Höritz
PR-Managerin
E-Mail: annika.hoeritz@barkhauseninstitut.org
Telefon: +49 173 5327218
Über das Barkhausen Institut
Das Barkhausen Institut (BI) ist ein international anerkanntes Forschungsinstitut, das Spitzenforschung zur Vertrauenswürdigkeit vernetzter elektronischer Systeme betreibt. In einem interdisziplinären, internationalen Team verfolgt es das Ziel, eine verlässliche Grundlage für das Internet der Zukunft zu schaffen und Vertrauen in digitale Technologien zu ermöglichen, insbesondere durch die Entwicklung vertrauenswürdiger Plattform-Chips.
Über das deutschlandweite Kompetenzzentrum ChipDE
Die BMFTR-Förderrichtlinie ist eine Flaggschiff-Maßnahme der „Hightech Agenda Deutschland“ und Teil der Mikroelektronik-Strategie der Bundesregierung.
Die Ziele der Fördermaßnahme sind die Stärkung der technologischen Souveränität im Chipdesign sowie Bündelung bestehender nationaler Aktivitäten im Chipdesign und Anbindung an die europäische Designplattform.
Das zentrale Element der Fördermaßnahme ist die Umsetzung von Design-Enablement aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen heraus, orientiert an den Bedarfen der Anwenderindustrie in Deutschland.
Zuwendungszweck ist der Aufbau und Betrieb eines bundesweiten Kompetenzzentrums Chipdesign mit fünf technologischen Hubs (Digital, Mixed-signal, RF, KI, Chiplets) und einer koordinierenden Stelle, die auch die Querschnittsaufgaben Open-Source und Technologiezugang übernimmt. Es soll als primäre Anlaufstelle für Design-Kompetenz und Design-Enablement als Service für Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Deutschland agieren.
Das vorgesehene Fördervolumen soll zunächst insgesamt mindestens 40 Millionen Euro betragen und kann für flankierende Forschungs- und Entwicklungs-Aktivitäten entsprechend ergänzt werden. Die angestrebte Förderdauer beträgt 3 Jahre.