Interview mit BI Forschungsgruppe Composable Operating Systems
In diesem Interview gibt die Forschungsgruppe Composable Operating Systems des Barkhausen Instituts Einblicke in ihre aktuelle Arbeit und ihre Forschungsschwerpunkte. Ergänzend dazu teilen einzelne Gruppenmitglieder ihre persönlichen Perspektiven und Erfahrungen.
"Ich begeistere mich für die Forschung an Rechenzentren aufgrund ihres großskaligen Einflusses, modernster Technologien und der Möglichkeit, mit einem brillanten Team zusammenzuarbeiten, das sich mit Mikrokernen, Sicherheit und praxisnahem Denken auskennt – eine Erfahrung, die nur wenige Orte weltweit bieten."
- Matthias Hille (Associate Researcher)
Was ist das Forschungsthema eurer Gruppe?
Die Forschungsgruppe Composable Operating Systems arbeitet daran, die Vertrauenswürdigkeit digitaler Geräte zu verbessern, von kleinen Sensoren bis hin zu großen Serverclustern. Wir erhöhen die Sicherheit und Zuverlässigkeit dieser Systeme, indem wir ihre Funktionalität in isolierte Komponenten aufteilen. Jede Komponente hat genau eine Aufgabe und kommuniziert mit anderen Komponenten, um komplexe Anwendungen umzusetzen.
An welchen Projekten arbeitet ihr derzeit?
Wir wenden dieses Prinzip auf die Hardwarearchitektur im Projekt M³, auf Cloud-Infrastrukturen unter Verwendung des L4Re-Mikrokernels sowie auf Internetdienste mithilfe einer Technologie namens Remote Attestation an.
“Mithilfe von Remote Attestation kann ein Computersystem nachweisen, welche Software es ausführt und auf welcher Hardware es läuft. Um jedoch beurteilen zu können, ob dieses System wirklich vertrauenswürdig ist, müssen wir verstehen, was dessen Software kann und was nicht und ob die Hardware tatsächlich sicher ist. Ich arbeite gerne mit meinen Kolleginnen und Kollegen am BI daran, herauszufinden, wie wir Hardware und Software so gestalten können, dass wir alle Komponenten verifizieren und dem Computer somit vertrauen können, dass er die Aufgaben wie erwartet erfüllt.”
- Carsen Weinhold (Associate Group Leader)
Wie hängt eure Forschung mit dem Alltag zusammen? Welche Probleme und Herausforderungen versucht ihr zu lösen?
Die Smartphones, Laptops und Internetdienste, die wir täglich nutzen, werden zunehmend unsicherer. Wir glauben, dass ein wichtiger Grund dafür die enorme Komplexität dieser Systeme ist: Neue Funktionen werden ständig hinzugefügt, während ältere Technologien weiterhin unterstützt werden müssen. Die sichere Umsetzung derselben Funktionen durch eine Reduzierung der Systemkomplexität ist ein zentraler Antrieb unserer Forschung.
“Ich arbeite sehr gerne an M³, weil dabei die traditionelle Art des Systembaus hinterfragt wird, indem das Zusammenspiel von Hardware und Software neu definiert wird, was oft zu unerwarteten Ergebnissen führt.”
- Nils Asmussen (Principal Researcher)