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Wie sicher sind vernetzte Systeme?

PRESSEMITTEILUNG

Cyberangriffe auf Supermärkte zeigen Bedeutung sicherer digitaler Architekturen

Dresden, 5.11.2026 - Das Barkhausen Institut (BI) in Dresden erforscht, wie sich vernetzte digitale Systeme so gestalten lassen, dass Angriffe auf einzelne Komponenten möglichst geringe Auswirkungen haben. Wie unmittelbar Sicherheitsprobleme in digitalen Steuerungssystemen den Alltag betreffen können, zeigen aktuelle Cyberangriffe auf Supermärkte in mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland. Angreifer manipulierten die digitalen Steuerungen von Kühlanlagen, sodass diese nicht mehr kühlten, sondern in den Abtau- oder Heizmodus wechselten. Große Mengen an Lebensmitteln mussten daher entsorgt werden.

Moderne technische Anlagen lassen sich häufig aus der Ferne überwachen und steuern. Das erleichtert Wartung und Betrieb, schafft aber auch potenzielle Angriffspunkte. Werden Steuerungssysteme kompromittiert, können digitale Eingriffe unmittelbare physische Folgen haben

Ein Ansatz, an dem das BI arbeitet, ist die Modularisierung und Isolation von Hardware- und Softwarekomponenten. Mit dem Betriebssystem M³ entwickelt das Institut eine Architektur für vernetzte Geräte, in der einzelne Komponenten standardmäßig voneinander getrennt sind. Nur das Betriebssystem kann gezielt Kommunikationsverbindungen zwischen ihnen freigeben. So soll verhindert werden, dass sich ein Angriff unkontrolliert auf weitere Komponenten ausbreitet.

„Bei M³ übernimmt eine spezielle Hardwarekomponente, die Trusted Communication Unit (TCU), die Kontrolle der Kommunikationsverbindungen. So lässt sich technisch absichern, dass Komponenten nur dann miteinander kommunizieren können, wenn das Betriebssystem dies ausdrücklich erlaubt“, sagt Dr.-Ing. Michael Roitzsch, Leiter der Forschungsgruppe Composable Operating Systems.

Dieser Ansatz kann dazu beitragen, die Auswirkungen eines erfolgreichen Angriffs zu begrenzen. Die in der Systemarchitektur verankerten Sicherheitsmechanismen schaffen auch für Fernwartungszugänge ein sicheres Fundament und ergänzen damit bestehende Schutzmaßnahmen wie Zugriffskontrollen und regelmäßige Software-Updates.

Pressekontakt
Annika Höritz
PR-Managerin
E-Mail: annika.hoeritz@barkhauseninstitut.org
Telefon: +49 173 5327218

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